König und Diener – Spiele, die zeigen, wer stärker ist

Zeitlicher Rahmen Ca. 10 Minuten
Sozialform Kleingruppe
Altersgruppe/Zielstufe geeignet ab der Grundschule bis ins Erwachsenenalter
Voraussetzungen Keine
Benötigte Materialien 4 aufgeblasene Luftballons
Schlagworte/Tags/ Kategorien Status, spielerisch, Improvisation

status-1

Der Baustein im Überblick
In diesem Spiel geht es darum, dass der tiefstehende Diener dem nächsten in der Reihe von höherstehenden Dienern eine schlechte Nachricht überbringen muss. Die höherstehende Person darf die niedrigere dann mit dem aufgeblasenen Luftballon auf den Kopf schlagen und schimpfen. Der höchste Diener muss die schlechte Nachricht dann dem König übermitteln und bekommt ebenfalls Ärger von diesem.

Ablauf
Aus der Kleingruppe werden zunächst fünf Spieler bestimmt, die sich in einer Reihe aufstellen. Beim Theaterspiel ist es grundsätzlich wichtig, dass immer auch Personen übrig bleiben, die beobachten und später als Außenstehende reflektieren können. Sollte die Gruppe also nur aus fünf Personen bestehen, kann das Spiel auch noch mit vier oder drei Personen gespielt werden.
Nun gilt es, die Reihenfolge festzulegen. Das kann ganz pragmatisch von links nach rechts (König – Diener – Diener – etc.) geschehen oder man entscheidet über eine Aufstellungsordnung (nach der Größe, nach dem Alter, etc.), wobei die Einheit mit dem scheinbar geringsten Wert (kleinste/jüngste Person) den König darstellen sollte.
Bis auf den letzten Diener bekommen alle Spieler*innen einen aufgeblasenen Luftballon in die Hand. Anschließend entscheidet die Gruppe über ein (Haushalts-)Problem im Schloss oder im Regierungsbereich. Amüsant wird es, wenn es sich um ein sehr banales Problem handelt („Das Pferd des Königs ist krank“). Der niedrigste Diener (ohne Luftballon) beginnt nun, möglichst sorgenvoll und unter schlechtem Gewissen, diese Nachricht dem nächsthöheren Diener zu vermitteln. Die  beiden dürfen einen Dialog improvisieren, bis die Nachricht übermittelt ist. Daraufhin nimmt der zweite Diener den Hochstatus ein, verhaut den niedrigeren Diener mit dem Luftballon und schimpft über sein Fehlverhalten, auch wenn dieser, als Übermittler der Nachricht, gar nichts dafür kann („Das ist nur deine Schuld!“). Der zweite Diener dreht sich nun zum nächsten Diener in der Reihe um, verliert seinen Hochstatus und muss ebenfalls die Nachricht an den nächsthöheren Diener übermitteln, welcher ihn wiederum ausschimpft. So geht es fort bis zum König.
Bei diesem Spiel muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Beschimpfungen nicht persönlich verletzend wirken. Es handelt sich immer um ein Spiel. Hilfreich kann hier eine Liste mit Schimpfworten werden, die harmlos, vielleicht sogar albern sind und verwendet werden dürfen.

Bezüge zur Sprachförderung
Das Spiel bietet zunächst einen niederschwelligen Sprechanreiz. Das gemeinsame Problem wird in der Gruppe entschieden und steht als Formulierung im Raum. Spielerinnen, die noch am Anfang des Spracherwerbsprozesses stehen, können sich auf diese Formulierung verlassen und legen den Wert stärker auf die Ausdrucksweise. Spielerinnen, die bereits mehr Erfahrung in der Sprache besitzen, können die Formulierung weiter ausführen und ausschmücken. Die rückwärtsgewandte Erwiderung des höhergestellten Dieners bietet einen offeneren Sprechanreiz, welcher durch die gemeinsame Sammlung von Schimpfworten erleichtert werden kann. Somit kann verhindert werden, dass die Erwiderung einzig aus dem Wort: „Warum…?!“ besteht.

Bezüge zur Medienbildung/Medienkompetenz
Es bestehen keine direkten Bezüge zur Medienbildung.

Varianten
Für erfahrenere Spielerinnen kann das Spiel zu einer kleinen Improvisationsszene erweitert werden. Der König stellt, sobald die schlechte Nachricht bei ihm angekommen ist, eine Rückfrage zu diesem Problem, welche zurückgeführt wird an den niedrigsten Diener. In einer gelungenen Improvisationsszene, wechselt der niedrigste Diener dann in den Hochstatus und der König wird zur niedrigsten Person („Das Pferd ist krank, weil Ihr ihm Kuchen zu Essen gegeben habt!“), woraufhin der Diener dem König den Ballon aus der Hand nimmt und ihn diesmal verhauen darf. Somit agieren in dieser Übung alle Spielerinnen einmal im Tief- und einmal im Hochstatus.

Autorenschaft
Katharina Gmeinwieser

Lizenzmodell
Dieser Artikel steht unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Germany Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Katharina Gmeinwieser für «Filme fördern Sprache»

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s