Figurenweiterentwicklung durch Rolleninterviews – Mit knackigen Fragen zur Bühnenfigur

Zeitlicher Rahmen 20-30 Minuten
Sozialform Kleingruppen
Altersgruppe/Zielstufe geeignet ab der Grundschule bis ins Erwachsenenalter
Voraussetzungen Figurenentwicklung bzw. Rolle
Benötigte Materialien Keine
Schlagworte/Tags/ Kategorien Figurenentwicklung, Geschichtenentwicklung, Improvisation, erzählen

Der Baustein im Überblick

Beim Rolleninterview werden die Figuren einzelner Spielerinnen von den anderen Spielerinnen offen befragt. Die Befragten antworten in ihrer Rolle und vertiefen somit ihr Verständnis von der Figur. Die anderen Spieler*innen erhalten die Möglichkeit, die Figur kennenzulernen.

Ablauf

Die Spielerinnen stellen oder setzen sich in einen Kreis. Die Person, die befragt werden soll, stellt sich in die Mitte oder setzt sich auf einen ‚heißen Stuhl‘. Sie darf von nun an nur noch in ihrer Figur agieren und antworten. Die anderen Spielerinnen stellen offen Fragen zu allen Lebensbereichen der Figur. Hierbei sind alle Fragen relevant, nicht nur solche, die Bezüge zur Geschichte (falls diese bereits besteht) herstellen. „Ein Spieler kann nie zu viel über seine Figur wissen“ (Thürig 2013: 95)
Das Interview endet, wenn den Spieler*innen keine weiteren Fragen mehr einfallen oder ein Zeitlimit erreicht ist. Nun wird eine neue Figur befragt bis alle Spielerinnen einmal interviewt wurden.

Bezüge zur Sprachförderung

Die Fragen, die in dieser Phase der Figurenentwicklung gestellt werden, können vollkommen frei gewählt werden. Beginnend zunächst bei einfachen Fragen zur Person können sie weitergeführt werden und tiefere Aspekte umfassen. Dabei steht es den Spielerinnen frei ob, welche und wie viele Fragen gestellt werden. Dies bietet zunächst einen Schutzraum für Teilnehmerinnen, die am Anfang des Fremdspracherwerbsprozesses stehen. Da jedoch jede der Figuren in ihrer Rolle befragt wird, besteht ein Gesprächsanlass für alle Spielerinnen. Die Antworten können sich hierbei an den Fragen orientieren oder darüber hinaus ausgeschmückt werden. Dies ist auch abhängig vom Charakter der Figur, wobei sich, zumindest am Anfang des Spielprozesses, die Charakterzüge der Spielerinnen denen der Figuren häufig ähneln. Das heißt, dass schüchterne Spieler*innen auch eher dazu neigen, schüchterne Figuren zu entwickeln. Dies bietet einen gewissen Schutz beim Beantworten der Interviewfragen, jedoch schützt keine Figur vor der Verweigerung von Antworten, sodass das Erzählen automatisch Teil dieser Übung ist. Hilfestellung bei der Beantwortung der Fragen kann zudem ein zuvor verfasster Steckbrief bieten, welcher die wichtigsten Merkmale der Person bereits schriftlich enthält (vgl. Figurenentwicklung durch den Raumlauf).

Materialien/zusätzliche Informationen

Czerny, Gabriele (2010): Theater-SAFARI. Praxismodelle für die Grundschule, Braunschweig. S. 49-50

Thürig, Andi (2013): Spielen: Körper, Stimme, Bewegung, Figur. In: Felder, Marcel u.a.: Studienbuch Theaterpädagogik. Grundlagen und Anregungen, Zürich.

Varianten

Eine Variante des Rolleninterviews ist die Befragung der Figur durch die Figuren der anderen. Hierbei spielen alle Beteiligten ihre Rolle und stellen entsprechend(e) Fragen an die Figur auf dem ‚heißen Stuhl‘. Dabei interessiert nur, was die Figur interessieren würde, welche dann in gleicher Weise auf die Antwort reagieren darf. Der Schwerpunkt sollte aber weiterhin auf der Interviewform liegen und nicht in eine freie Improvisation verfallen.

Autorenschaft

Katharina Gmeinwieser

Lizenzmodell

cc-liz-symbDieser Artikel steht unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Germany Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Katharina Gmeinwieser für «Filme fördern Sprache»

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