Am Filmset – die Produktion

Die Drehphase ist das Kernstück der Filmproduktion im Camp. Hier werden alle Teilnehmer/innen einer Gruppe benötigt. Der Dreh wird durch die Storyentwicklung und das Fotoboarding gut vorbereitet. Damit er gut über die Bühne läuft. Für eine einzige Einstellung wird am Anfang etwa 15 Minuten Zeit benötigt. Hat eine  –> Szene laut Fotoboard 10 Einstellungen, so kann man mit 1.5 bis 2 Stunden rechnen. Wichtig ist, dass die Jugendlichen ihre Aufgaben eigenständig erledigen und dass sie die Zeit haben, sich sprachlich auszutauschen und Missverständnisse zu klären. Anders als in muttersprachlichen Projektzusammenhängen muss hier mehr Zeit für die Einübung der verbalen Kommandos und der ritualisierten Abläufe am Set aufgewendet werden.

Zwei Beispiele für gelungene Kommunikation am Set. Die Aufnahmen entstanden am zweiten Drehtag, als die Teams bereits aufeinander eingestimmt waren (Ausschnitte aus der Begleitdokumentation).

Die Aufgaben am Set stellen unterschiedliche Ansprüche an die Teilnehmer/innen. Hier erfahren Sie, worauf es jeweils ankommt.

 

Funktionsbereich   Kommando  Tätigkeit
Regie: «Ruhe bitte, wir drehen!» Regie wartet ab, bis am Set Ruhe eingekehrt ist.
Regie: «Kamera klar?» wartet ab.
Kamera: überzeugt sich, dass die Einstellung mit dem Fotoboard übereinstimmt, dass der Weissabgleich gemacht, der Fokus gesetzt ist. Aufnahmetaste wird betätigt.
Kamera: «Kamera läuft!»
Regie: «Ton klar?» wartet ab.
Ton: überzeugt sich, dass das Mikro eingeschaltet, der Pegel ordnungsgemäss eingestellt, keine Nebengeräusche zu hören sind.
Ton: «Ton ist klar!»
Regie: «Klappe!» wartet ab.
Regieassistenz: beschriftet die Klappe mit der jeweiligen Szenen- und der Einstellungs-Nr. (laut Fotoboard). Auch die Take-Nr. (wie oft eine Einstellung gedreht wird) schreibt sie auf.
Regieassistenz: «Szene 1, Einstellung 1, Take 1!» schlägt die Klappe im Bildausschnitt
Regie: «Und bitte!» lässt spielen, bis die Einstellung zu Ende ist.
Regie: «Danke, das wars!» Beendet die Einstellung ca. 5 Sekunden nach Ende.
 

Das Fotoboard dient als kommunikative Gedächtnisstütze.

Hinweis: Es bietet sich an, eine Person als Continuity-Supervisor einzusetzen. Diese Person achtet am Ende einer gedrehten Einstellung darauf, dass die Stellung der Schauspieler/innen bis zur Folge-Einstellung die selbe bleibt. Damit werden ruckartige Sprünge und Brüche in den Anschlüssen vermieden. (d.h.: nicht einmal die Füsse überkreuzt und dann plötzlich nebeneinander, oder einmal die Hand oben, dann plötzlich unten).

Grundlage für die beiden Drehtage ist ein Drehplan, den die Studierenden nach Fertigstellung des Fotoboards gemeinsam erstellen. Hier wird verzeichnet, welche Gruppe in welchem Zeitfenster an welchem Ort dreht. Dabei wird sichergestellt, dass sich die Gruppen nicht gegenseitig z. B. durch Lärm stören können. Ausserdem wird geklärt und notiert, wer wann zusätzliche Hilfe, technisches Equipment oder Komparsen benötigt. Besonders aufwendig in der Planung und Umsetzung sind die bei den Jugendlichen meist sehr beliebten Nachtdrehs. Hier benötigen die Stammgruppen immer wieder Unterstützung bei der Ausleuchtung. Den Dreh an sich gestalten die Jugendlichen relativ selbstständig. Die Regie arbeitet konsequent mit dem Fotoboard und weist die Schauspieler und den Technikstab entsprechend der Notizen im Fotoboard an. Der Dreh erfolgt nicht mehr mit den iPads, sondern mit semiprofessionellen HD Kameras. Die Kameraleute der Stammgruppen werden zuvor in die Bedienung der Kameras eingewiesen.