Grundausbildung «Film»

Alle hier vorgestellten filmischen Übungen verfolgen ein konkretes Ziel: Die Teilnehmer/innen sollen das nötige filmische Handwerkszeug erlernen, um ein Filmprojekt eigenständig und fachkompetent umsetzen zu können. Sie lernen die Fach-Begriffe der wichtigsten filmgestalterischen Komponenten kennen. Die brauchen sie, um am Set und auch in der Vorbereitung zielorientiert in der Fremdsprache kommunizieren zu können. Die Übungen knüpfen an den Medienvorerfahrungen der Teilnehmenden an, verzichten auf lange theoretische Einführungen, sondern bieten den Teilnehmer/innen problem-bezogene Lernumgebungen an, in denen sie ihr vorhandenes Medienwissen anwenden und sprachlich austauschen können. Sie lösen die Aufgabenstellungen in kleinen Gruppen und ohne die Anwesenheit von erwachsenen Betreuer/innen. Das trägt zur unbefangenen Kommunikation untereinander und zur Konzentration der Sprachaufmerksamkeit auf die inhaltliche Ebene des Verstehens bei («focus on meaning»). Konkrete Hinweise zur Sprachförderung finden Sie, wenn sie den Links hinter den Übungen folgen («mehr»).

Kurzvorstellungsvideo mit Tablets

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Kurzbeschrieb

Die TN bilden Tandems und stellen sich gegenseitig vor der Kamera vor. Sie beantworten dabei die Fragen «Wie heisst du?», «Wie alt bist du»?, «Welches Wort (Adjektiv) beschreibt dich besonders gut»? Beim anschliessenden Anschauen der Aufnahmen werden die bildkompositorischen Mittel: «goldener Schnitt», «Head room», «Nose room» eingeführt. Das Querformat wird als gültiges Filmformat festgelegt. Anschliessend wird die Übung ein zweites Mal durchgeführt.

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Emotionen-Raten in Detailaufnahmen

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Kurzbeschrieb

Ein TN einer Kleingruppe sucht sich eine Emotion aus und stellt sie mimisch dar. Die anderen filmen dessen Gesicht nacheinander in fünf verschiedenen kurzen Detailaufnahmen (es müssen wirklich Details sein, z. B. nur der Mund, nur die Augen, nur das Kinn, etc.). Sie schauen die Aufnahmen in der Kleingruppe an und bringen sie so in eine Reihenfolge (mit iMovie), dass die letzte Aufnahme die Emotion am deutlichsten zeigt. Abschlussraten: Die Kleingruppen zeigen sich ihre Aufnahmen. Begonnen wird jeweils mit der Aufnahme, die die Emotionen am wenigsten deutlich zeigt.

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Visuelle Stille Post der Emotionen

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Kurzbeschrieb

Die TN sitzen im Kreis (Blick nach aussen). Eine Person stellt eine Emotion mimisch dar und fotografiert sich dabei mit dem Tablet (Close Up). Das Tablet wird an den Sitznachbarn weitergeleitet, der versucht, die im Foto dargestellte Emotion nachzustellen, etc. Am Ende wird – ähnlich wie bei der Flüsterpost – das erste mit dem letzten Emotionen-Bild verglichen.

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Das Schreckliche lesen wir in den Gesichtern – Die «Surprise-Spannung»

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Kurzbeschrieb

Die TN erhalten den Auftrag zwei Einstellungen zu filmen. 1. Eine Person, die etwas Schreckliches / Lustiges sieht (als «-> close up»). 2. Das Schreckliche / Lustige, das die Person in der ersten Einstellung gesehen hat. Die TN lernen dabei, wie man mit einfachen Mitteln die Fantasie des Zuschauers anregt und Spannung aufbaut.

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Ein Riese und ein Zwerg begegnen sich

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Kurzbeschrieb

Die TN müssen eine Begegnung zwischen einem Riesen und einem Zwerg filmen. Die Wahl der filmischen Mittel bleibt dabei ihnen überlassen. Sie werden herausgefordert, die Grössenunterschiede beider Figuren durch eine gezielte Kameraarbeit zu erzeugen (Frosch- und Vogelperspektive, Raumtiefe, Bildausschnitttricks…). Bei der anschliessenden Materialsichtung werden die unterschiedlichen Lösungen verglichen und die entsprechenden Fachbegriffe eingeführt. Abschliessend wird die Übung wiederholt.

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Spielzeugautos wirken durch die Kamera plötzlich echt

 

 

Kurzbeschrieb

Ein Spielzeugauto muss so gefilmt werden, dass es

  • aussieht, als sei es echt.
  • echt aussieht und fährt
  • echt aussieht, fährt und dabei nicht berührt werden darf
  • echt aussieht, fährt, nicht berührt werden darf und sich nicht bewegen darf.

Die TN erproben dabei das potenzielle Spektrum der Kamera- und Objektbewegungen. Sie müssen unpassenden Hintergrund filmisch reduzieren und Tricks anwenden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

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Spezialkamerabewegungen in der Modellstadt ausprobieren

Miniatursetting

Kurzbeschrieb

Anhand eines Modellsettings mit Häusern und Fahrzeugen und einem Smartphone, das per WLAN mit einem Beamer verbunden ist, erproben die TN unter Anleitung besondere Kamerabewegungen: z. B. Verfolgungs- und Kreuzschwenks, Kranfahrten, gedehnte und gestauchte Fahren, etc. Am Beamer diskutieren sie die jeweilige Wirkung.

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Eine Verfolgungsjagd mit Grund filmen

 

Kurzbeschrieb

Die TN filmen in 4er-Gruppen eine Verfolgungsjagd. Auslöser und Figuren der Verfolgungsjagd erfinden sie selbst. Auflage: Sie wenden verschiedene Kamerabewegungen aus der Spielzeugauto-Übung an und schneiden ihren maximal 1minütigen Film mit iMovie zusammen.

 

Mitleiden mit dem Helden – eine Suspense-Szene filmen

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Kurzbeschrieb

Die TN filmen eine oder mehrere Einstellungen, in der ein Protagonist/eine Protagonistin, ohne es zu bemerken, in Gefahr gerät. Sie lernen dabei das -> «Suspense-Spannungsprinzip» kennen: Der Zuschauer weiss mehr als der Protagonist. Er möchte den Protagonisten am liebsten vor der drohenden Gefahr warnen. Das gelingt ihm aber nicht, so dass er mit dem Protagonisten mitfiebert, bis die Situation überstanden ist.

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Fotografisches Locationcasting

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Kurzbeschrieb

Die TN suchen im nahen Umfeld potenzielle Drehorte und fotografieren aussagekräftige und interessante Kamerastandpunkte, die anschliessend im Plenum gesichtet und diskutiert werden.

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Eine Handlung in fünf Einstellungen erzählen – Die Five-Shot-Technik

(in Verbindung mit der Übung «Fotografisches Locationcasting»)

Kurzbeschrieb

Die TN lernen die Five-Shot-Technik als Hilfsmittel für die Auflösung von einfachen Handlungen in einzelne Einstellungen kennen. Mit jeder Einstellung wird eine Frage beantwortet. 1. Was passiert?, 2. Wer handelt?, «Wo findet das statt?», 4. Wie stehen Handlung, Person und Ort im Zusammenhang? 5. Warum das alles? / Wie fühlt sich die Person dabei? Nach einer kurzen Einführung mit Beispielvideos drehen die TN selbst einen Five-Shot und erstellen verschiedene Varianten, indem sie die Reihenfolge der Einstellungen vertauschen.

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Überflüssige Längen vermeiden. Directors Cut eines Kurzfilms mit unnötigen Erzählpassagen
Kurzbeschrieb

Die TN schauen sich mit den Tablets (3er-Gruppen) einen ca. 3minütigen Kurzfilmausschnitt an, der langweilige bzw. unnötige Erzählpassagen enthält. Der Auftrag: Alle unnötigen Szenen mit iMovie herausschneiden. Der Film soll nachher so kurz wie möglich werden, ohne dass die für den Zuschauer wichtigen Informationen verloren gehen.

 

Gespräche filmisch auflösen
Kurzbeschrieb

Die TN erhalten eine Einführung in die Auflösung von Gesprächen. Standarteinstellungen wie –> Mastershot (Orientierung im Raum), –> Schuss-Gegenschuss, –> Reaction-Shot, –> Over-Shoulder-Shot werden in einem konkreten Praxisset aufgezeigt. Gleichzeitig werden die Achsen und das Achsenverhältnis angesprochen, inklusive Achsensprung.

Aufgaben und Workflows am Filmset
Kurzbeschrieb

Die TN erfahren, welche Aufgabenbereiche es am Filmset gibt. In kurzen Übungen probieren sie die Funktionen Regie, Regieassistenz/Klappe, Kamera/Kameraassistenz, Ton/Tonassistenz, Licht, … aus und erlernen die wichtigsten für die Zusammenarbeit nötigen verbalen Kommandos und ritualisierte Arbeitsabläufe.

 Weitere filmpädagogische Übungen für die Sprachförderung, die nicht Teil der Campkonzeption sind, finden Sie hier.