Projektidee und -ziele

Spass haben beim Fremdsprachen lernen und ernst genommen werden

Filme drehen – Kommunizieren in der Fremdsprache

Das Ziel des Camps ist nicht nur die Produktion von Spielfilmen. Es geht insbesondere darum, dass die Teilnehmer/-innen Deutsch als Fremdsprache kommunikativ und zweckgebunden sprechen. Die Jugendlichen stammen aus Ländern wie Serbien, Kroatien, Rumänien und Ungarn. Dort erlernen sie überwiegend Deutsch als Fremdsprache in der Schule.

Die Produktion von Spielfilmen – so die zentrale Idee des Camps – ist mit vielfältigen attraktiven und motivierenden Sprech- und Schreibanlässen verbunden. Die praktische Arbeit mit Film unterstützt den Erwerb von Sprachaufmerksamkeit («language awareness») und fördert interkulturellen Austausch, gegenseitiges Verstehen und Toleranz (vgl. Schrader 2004).

Gleichaltrige Sprachvorbilder sind im Rahmen der Sprachförderung wichtig, weshalb auch acht Jugendliche aus Deutschland als Teilnehmer/-innen mit einbezogen werden.

Interkulturelles Projekt-Team

Geplant, vorbereitet und durchgeführt wird das Projekt von Studierenden der PH Ludwigsburg unter Anleitung von Katja Holdorf (Abteilung Sprachen/Deutsch/DaZ) und Björn Maurer (Fachbereich Medienbildung) an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Mirona Stanescu von der Universität Klausenburg/Cluj bringt die theaterpädagogische Expertise ein. Daniel Trüby (Abteilung Medienpädagogik, PH Ludwigsburg) betreut den Bereich «Mobiles Lernen».

Die Donauschwäbische Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg hat das Projekt in Auftrag gegeben und die Baden-Württemberg Stiftung übernimmt die Förderung des Projekts. So konnte es in den Jahren 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 jeweils mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und sukzessive erweiterten konzeptionellen Varianten im Jugendzentrum der evangelischen Kirche Seligstadt durchgeführt werden.

Ziele für die Jugendlichen

Die Jugendlichen erhalten im Rahmen der kurzzeitpädagogischen Massnahme (Sommercamp) attraktive Lernangebote zur Verbesserung ihrer kommunikativen Sprachfertigkeiten, insbesondere in den Bereichen Pragmatik und Wortschatz.Der konzeptionelle Rahmen des Sommercamps (Filmschauspiel und Filmproduktion) knüpft an den Interessen und Stärken der Teilnehmenden an. Die Jugendlichen erwerben Filmgestaltungs- und Schauspielkompetenz und produzieren gemeinsam kurze Spielfilme in deutscher Sprache.

Medien- und Filmkompetenz

Die Jugendlichen mobilisieren ihre filmischen Vorerfahrungen und erwerben darauf aufbauend Grundlagen der Filmgestaltung und des Filmschauspiels. Der inhaltliche Fokus im Bereich Filmgestaltung liegt dabei auf Aspekten der Bildkomposition (Head room, Nose room, goldener Schnitt, Kadrierung, Kamerabewegung etc.), auf den Regeln der filmischen Auflösung (einfache Montageformen, Five-Shot-Technik) sowie auf den Prinzipien des filmischen Storytellings (Story – Plot; Spannungskonzepte; etc.).

Schauspielkompetenz

Im Bereich des Filmschauspiels lernen die Jugendlichen den Ausdruck von Emotionen mittels Körpersprache (Mimik, Gestik) kennen. Sie werden in das handlungsleitende Konzept des Status

Filmproduktion
  • Die Jugendlichen wenden ihre neu erworbenen filmgestalterischen und filmschauspielbezogenen Kompetenzen in ihren Produktionsgruppen so an, dass ästhetisch ansprechende Kurzfilme entstehen.
  • In den Filmen benutzen sie die deutsche Sprache verständlich und rollen- bzw. handlungskonform.
  • Alle vier interkulturell zusammengesetzten Gruppen haben am Ende einen Film produziert, auf den sie stolz sind.
Sprache
  • Die Jugendlichen erweitern ihren Wortschatz in der deutschen Sprache um film- und schauspielbezogene Fachbegriffe, die sie passiv und aktiv zur Kommunikation im Filmproduktionsprozess verfügbar haben.
  • Die Teilnehmenden bauen ihre Sprachhemmungen sukzessive ab und getrauen sich, Deutsch als gemeinsame Sprache vor und hinter der Kamera zu sprechen. Im Laufe des Prozesses entwickeln sie ihr sprachliches Selbstbewusstsein weiter und legen die Sorge, etwas falsch zu sagen, zugunsten des Produktionsprozesses ab. Das führt dazu, dass zunehmend auch Deutsch als Kommunikationssprache im Freizeitbereich des Camps gesprochen wird.

Ziele für die Studierenden

Das Sommercamp dient als Multiplikatorenweiterbildungsangebot für Studierende der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Babes-Bolyai-Universität Cluj. Sie wenden ihre Kenntnisse des film- und theaterpädagogischen Sprachförderansatzes an, die sie zuvor im Rahmen eines interkulturellen Kompaktseminars erworben haben.

  • Die Studierenden kennen die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Hintergründe des film- und theaterpädagogischen Ansatzes. Sie eignen sich die Grundprinzipien der Sprachförderung an und übertragen sie auf die außerschulische kulturelle Bildungsarbeit in internationalen Kontexten.
  • Die Studierenden erwerben ferner Grundlagen der pädagogischen Begleitung von Jugendgruppen und erweitern ihr methodisches Handlungsrepertoire im Bereich Motivation, Spiel und Vertrauen aufbauen.
  • Die Studierenden reflektieren ihre Erfahrungen im pädagogischen Feld und leiten daraus wichtige Erkenntnisse für ihre zukünftige Praxis ab.
  • Die Studierenden fühlen sich befähigt in ihren zukünftigen beruflichen Kontexten Projekte in Anlehnung an den film- und theaterpädagogischen Ansatz durchzuführen.

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