Das Vorbereitungsseminar

Seminar

Das Ziel des Seminars

In einem viertägigen Kompaktseminar an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg werden die Studierenden als Teamleiter*innen für ihre Tätigkeit im Camp vorbereitet. Die Aufgabe besteht darin, eine interkulturell zusammengesetzte Gruppe von acht Jugendlichen bei der Produktion von Spielfilmen zu begleiten und dabei auf die unterschiedlichen Sprachvoraussetzungen flexibel und sensibel einzugehen. Dabei muss die Gradwanderung zwischen Produktorientierung und Prozessorientierung konstruktiv bewältigt werden. Am Ende soll nicht nur ein fertiger Film entstehen, auch die Sprachfähigkeiten der Jugendlichen sollen verbessert werden. Z. B. durch gezielte Massnahmen wie Wortschatzarbeit, Sprachvergleiche und Phasen des sich gegenseitigen Erklärens (Lernen durch Lehren). Es wird davon ausgegangen, dass die aktive Spielfilmarbeit im Rahmen interkultureller Jugendbegegnungen auf verschiedenen Ebenen Raum bietet für vielfältige Sprachförderprozesse und zudem eine motivierende Methode darstellt, um niederschwellige und kommunikative Sprechanlässe in informellen Bildungssituationen zu schaffen.

Teilnahmevoraussetzung

Wer am Seminar und am Sprachfördercamp in Rumänien teilnehmen möchte, sollte in mindestens einem der Bereiche «Filmpädagogik», «Theaterpädagogik» und «Sprachförderung» theoretische und praktische Vorkenntnisse haben. Im Camp werden immer drei Studierende gemeinsam eine Jugendgruppe anleiten. Das bedeutet, dass jeder Studierende in einen der drei Bereiche alleiniger Experte ist. Weitere wichtige Voraussetzungen sind Belastbarkeit, Engagement, Flexibilität, Neugierde und ein hohes Mass an sozialer Kompetenz. Mitmachen können alle Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg (Lehramt, Bachelor, Master, Magister und Diplom). Im Sommersemester 2015 wird das Seminar und das Camp wieder stattfinden. Ab Herbst 2014 ist hier die Anmeldung möglich.

Seminarvideo-Trailer

Seminarinhalte

Das Seminar umfasst folgende inhaltliche Dimensionen:

  • die Situation Jugendlicher in Serbien, Kroatien und Rumänien bezogen auf den Erwerb und die Nutzung der deutschen Sprache.
  • Konzepte und Modelle der Sprachförderung
  • Filmhandwerkliche Grundkenntnisse in den Bereichen «Formalästhetik», «Storytelling», «Produktion», «Schauspielführung»
  • Filmpädagogische Lernarrangements mit und ohne Mobilen Geräten
  • Die Verbindung von Sprachförderung und Spielfilmarbeit unter Ausnutzung des Potenzials der Filmarbeit

Studierende des Vorbereitungsseminars 2014 proben Filmaufnahmen bei Nacht

 nachtdreh-seminar
Interkulturalität und Interkulturelle Bildung

Die Studierenden lernen Prinzipien der Freizeit- und Begegnungspädagogik kennen und wenden sie direkt in der Praxis an. Sie werden sensibilisiert für interkulturelle Besonderheiten der Teilnehmer*innenschaft und erkennen das transkulturelle Potenzial des Mediums Film für gegenseitige Kommunikations-­ und Verstehensprozesse.

Synergien von Deutsch, Fachdidaktik und Medienbildung

Die Studierenden lernen Filmbildung als motivierenden Zugang zu sprachlichen Lernprozessen kennen. Insbesondere soll das Potenzial der Spielfilmarbeit für situativ-kommunikative Sprachförderung herausgearbeitet werden. Sie erkennen die Möglichkeiten der Verzahnung der Querschnittsdisziplin Medienpädagogik mit der Fachdidaktik Fremdsprachen/Deutsch. Nicht nur für Lehramtsstudierende ist Sprachförderung ein Thema. Auch in außerschulischen Bildungsbereichen stellt sich die Frage, wie mit unterschiedlichen Sprachkompetenzen und -­präferenzen umgegangen werden soll, als Herausforderung.

Umgang mit Heterogenität

Die Studierenden lernen Kriterien zur Gestaltung von subjektorientierten Lernumgebungen kennen. Sie können didaktische Arrangements im Schnittfeld von Filmbildung und Sprachförderung so designen, dass einerseits individuelle Lernwege möglich, andererseits problemlösendes   und sozial-­konstruktivistisches Lernen im Team nötig sind. Sie lernen, wie man Talente und Fähigkeiten einer heterogenen Gruppe erkennt und wie man sie im Rahmen eines Filmprojekts auf sinnvolle Weise einsetzt.

Professionalisierung an der Schnittstelle «schulisch-­außerschulisch»

Durch den interdisziplinären Austausch von Lehramts-­ und Kultur-­ und Medienbildungsstudierenden profitieren beide Gruppen. Sie tauschen nicht nur die Sprach-­ und Filmexpertise gegenseitig aus, sondern öffnen sich gegenseitig auch Horizonte künftiger Zusammenarbeit zwischen   formaler und nonformaler Bildung. Der Abbau von Hemmungen zwischen beiden Berufsgruppen ist im Lichte der Entwicklung im Bereich Ganztagsschule zukunftsweisend.

 Vergebliche Bemühungen

angehende Lehrer*innen, Kulturpädagog*innen, gestandene Praktiker*innen… in Seligstadt sind zumindest was den Handempfang betrifft alle auf dem gleichen Stand… nämlich meist bei Null

Erfahrungen mit dem Ansatz «Lernen durch Lehren» (LdL) und Wissenstransfer

In gemischten Expertenteams vermitteln sich die Studierenden gegenseitig die Grundkenntnisse in den Bereichen Filmbildung und Sprachförderung. Ein spezielles Aufgabensetting während des Kompaktblocks regt den Wissenstransfer im Team an und gibt den Experten die Verantwortung für die Weitergabe von zentralen Kenntnissen.

Arbeitsweise im Seminar

Das Seminar ist sehr anwendungsorientiert ausgerichtet. Es geht darum, gemeinsam eine Konzeption für das 10tätige Sommercamp zu entwickeln. Innerhalb kurzer Zeit müssen die Jugendlichen im Filmhandwerk und im Schauspiel so ausgebildet werden, dass sie ihre Spielfilmprojekte möglichst selbstständig realisieren können. In mehreren filmischen Übungszyklen wird ausgelotet, welches filmische Wissen und welche handwerklichen Fähigkeiten Jugendliche mindestens benötigen, um einen überzeugenden Film zu produzieren. Im nächsten Schritt wird mit unterschiedlichen Vermittlungsansätzen experimentiert. Dabei gehen die Teilnehmer*innen unter anderem folgenden Fragen nach:

  • Welche methodischen Settings eigenen sich gerade für den Kontext einer interkulturellen Jugendbegegnung?
  • Wie kann das selbstorganisierte Lernen innerhalb des Projekts gefördert werden?
  • Wie kann Mehrsprachigkeit mit einbezogen werden?
  • Wie können Jugendliche, die von sich aus nicht oder nur wenig sprechen, eingebunden und wertgeschätzt werden?
  • Welche Materialien sind nötig, um bspw. Wortschatzarbeit niederschwellig in den Prozess einfliessen zu lassen?
  • Welche visuellen Vermittlungsmethoden bieten sich an?

Das Seminar ist als Kompaktseminar konzipiert. Die ersten drei Tage werden als Blockveranstaltung jeweils von 10 bis 21 Uhr durchgeführt. Nach diesem Block beginnt die Onlinephase. Hier entwickeln die Teams arbeitsteilig und kollaborativ Materialien und Konzepte, die im Camp eingesetzt werden. Die Onlinephase ist zeitaufwendig, denn es sollen nicht nur die eigenen Produkte zur Verfügung gestellt werden. Die Studierenden diskutieren ihre Ergebnisse und geben sich gegenseitig Peer-Feedback. Der zweite Blocktermin findet wenige Wochen vor dem Sommercamp statt. Ablauf und Inhalte werden über die Onlinephase gemeinsam vorbereitet.

Landeslehrpreis Baden-Württemberg 2013

Das Seminarkonzept wurde im Dezember 2013 mit dem Landeslehrpreis 2013 ausgezeichnet. Pressemitteilung des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg

 Landeslehrpreis-2013-0133

 

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