Situatives Storytelling mit mobilen Geräten

Zeitlicher Rahmen Je nach verfügbarer Zeit 60-90 Min.
Sozialform Einzelarbeit und Kollaboration
Altersgruppe/Zielstufe Geeignet für Kinder ab 12 Jahren, MS, Sekundarstufe
Voraussetzungen Die Teilnehmergruppe sollte vertraut sein mit der Blogplattform «Wordpress» oder einer vergleichbaren kostenfrei nutzbaren Plattform bzw. mit der App «Book Creator»
Benötigte Materialien Ein mobiles Gerät pro Teilnehmer/in, Zugang zum Internet über WLAN, App «Book Creator»
Schlagworte/Tags/Kategorien Kollaborativ, Schreiben zu Bildern, situative NarrationSekundarstufe, Geschichten entwickeln

Der Baustein im Überblick
Die Teilnehmer/innen lassen sich von Schauplätzen inspirieren und entwickeln direkt vor Ort Ideen für eine Filmgeschichte. Unterstützt werden sie dabei von Fotos, die sie vom Schauplatz anfertigen. Anschliessend arbeiten sie die Ideen kooperativ oder kollaborativ über eine Blogplattform weiter aus.

Beschreibung/Ablauf
Die Teilnehmer/innengruppe steht am Anfang der Storyentwicklung für ihren Film. Um das Potenzial der vorhandenen Schauplätze zu nutzen und um den Handlungsrahmen der Geschichte auf die Schauplätze abzustimmen, erhalten die Teilnehmer/innen einzeln den Auftrag, sich einen nahegelegenen Schauplatz auszuwählen und diesen alleine aufzusuchen. Vor Ort sollen sie zunächst den Schauplatz genau erkunden. Wie sieht er aus? Welche Geräusche sind zu hören? Wie riecht es dort? etc. Nach ausgiebiger Erkundung soll ein Kamerastandpunkt gewählt werden, der den Schauplatz besonders interessant erscheinen lässt. Nach der bewussten Wahl des Bildausschnitts mit der Kamera / dem Tablet schiessen die Teilnehmer/innen ein Foto. Zu diesem Foto schreiben sie eine kurze Einleitung für eine Geschichte, die am betreffenden Schauplatz passieren könnte. Das kann zunächst sehr skizzenhaft angelegt sein. Es geht in diesem Zusammenhang nicht um Perfektion, sondern um erste Ideen, die im nächsten Schritt weiterentwickelt werden können.

Variante 1: eBook-Auswertung und Kooperation
Die Kombination von Einleitungstext und Fotografie kann bspw. mit der App «Book Creator» gestaltet werden. Die Teilnehmer/innen entscheiden sich für ein Buchformat und befüllen eine Doppelseite jeweils mit Bild und Text. Zusätzlich kann der Text noch laut vorgelesen und die Audioaufnahme in das eBook integriert werden. Anschliessend kehren sie zurück in die Kleingruppe, zeigen ihre Ergebnisse und entwickeln gemeinsam die Ideen zu einer Geschichte weiter.

Variante 2: Blog-Auswertung und Kollaboration (WLAN mit Internetzugang ist Voraussetzung)
In dieser Variante werden Foto und Text nicht als eBook gespeichert, sondern direkt auf eine Blogplattform gestellt, auf zu alle Gruppenmitglieder Zugang haben. Nach dem Posten des eigenen Bild-Text-Ideen-Beitrags bleiben die Teilnehmer/innen zunächst alleine an ihrem Schauplatz und lesen sich die Beiträge der anderen Teammitglieder. Ideen, die ihnen dabei in den Sinn kommen, posten sie direkt als Kommentar. Somit entsteht unmittelbar Feedback, das von den betreffenden Blogautor/innen in die weitere Ideenentwicklung einbezogen werden kann. Nach 20 Minuten tauschen die Teammitglieder die Schauplätze und lassen sie auf sich wirken. Dann greifen sie auf den Blogeintrag des Vorgängers / der Vorgängerin zu und entwickeln die Idee in Kenntnis des realen Schauplatzes weiter. So entstehen zu mehreren Schauplätzen gleichzeitig Geschichtenfragmente, die am Ende in einer Face-to-Face-Situation zu einer Gesamtgeschichte verbunden werden können.

Beispiel für ein Situatives Storytelling unter Einbindung einer Blogplattform

Bezüge zur Sprachförderung
Die Teilnehmer/innen entwickeln hier ihre Geschichten nicht im abstrakten Raum (z. B. Klassenzimmer), sondern sie lassen sich von den konkreten Umständen vor Ort anregen. Der situative Zugang wird durch das anschauliche Foto ergänzt. Das Foto fokussiert die Wahrnehmung auf einen Punkt und dient als schwach gelenkter Schreibanlass. Die Aufgabe, einen kurzen Text zu schreiben, ist eingekleidet in ein motivierendes Setting – ganz gleich, ob es sich um die Book-Creator-Darstellung oder um den Blog handelt. Der Mehrwert des Blogs besteht darin, dass sich die Ideen während der Produktion kommunikativ bereichern und zuspitzen lassen.

Bezüge zur Medienbildung/Medienkompetenz
Die Teilnehmer/innen lernen die Bedeutung des Schauplatzes für die Filmhandlung insgesamt kennen. Das Medium Film ist auf Bilder angewiesen, die die betreffende Erzählung unterstützen. Nur eine sensible Drehortanalyse erfasst das narrative Potenzial des Ortes und sensibilisiert ausserdem für geeignete Kamerastandpunkte und für sinnvolle Auflösungen der Filmhandlung.

Autorenschaft
Björn Maurer

 

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